Staatliche Berufsschule Ostallgäu

Wissenswertes

Zielgruppen

Mit Beginn des Schuljahres 2008/09 erhalten besonders leistungsfähige und leistungswillige Auszubildende aller Ausbildungsberufe eine neues Angebot, mit dem sie sich bereits während ihrer dualen Berufsausbildung schulisch höher qualifizieren können: parallel zum Berufsabschluss kann die Hochschulreife (früher Fachhochschulreife) erworben werden. Der Besuch der Berufsoberschule (BOS) erübrigt sich damit, was zu einem deutlichen Zeitgewinn für die Jugendlichen führt.

Eingangsvoraussetzungen

Die Doppelqualifizierung „Berufsschule Plus“ steht Jugendlichen unabhängig von ihrem jeweiligen Ausbildungsberuf offen, die

  • eine mindestens 2-jährige betriebliche Ausbildung absolvieren und parallel dazu die Berufsschule besuchen. Ab dem Schuljahr 2009/10 können auch Jugendliche genommen werden, die eine mindestens zweijährige Berufsfachschule besuchen, die zu einem Berufsabschluss führt (z. B. Berufsfachschule für Hauswirtschaft, Kinderpflege, Sozialpflege…)
  • die Oberstufenreife des Gymnasiums nachweisen können
  • hinreichende Mathematikkenntnisse vorweisen können

Bewerbungsverfahren

Die Aufnahme eines Schülers ist grundsätzlich nur zu Beginn der Ausbildung, d. h. im ersten Ausbildungsjahr möglich. Ab dem Schuljahr 2009/10 können auch Auszubildende aufgenommen werden, die sich zum Beginn des Schuljahres im zweiten Ausbildungsjahr einer mehr als zwei Jahre dauernden Berufsausbildung befinden. Sollten sich mehr Schülerinnen und Schüler an diesem Angebot beteiligen wollen, als Plätze vorhanden sind, kann die betroffene Schule eine Auswahl nach Eignung und Leistung vornehmen.

Interessierte Jugendliche bewerben sich mit folgenden Unterlagen:

  • kurzes Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf
  • Letztes Zeugnis
  • Bestätigung des Ausbildungsbetriebes

Bis zum Ende der ersten Berufsschulwoche im September ist eine Kopie des Ausbildungsvertrages und des Abschlusszeugnisses nachzureichen.

An den Schulen erfolgt dann die Auswahl der Bewerber, die bis zum Ende der zweiten Schulwoche über die Teilnahme an „Berufsschule plus“ und den genauen Unterrichtsbeginn informiert werden.

Organisation des Unterrichts

Die Auszubildenden besuchen im Projekt „Berufsschule plus“ mindestens drei Jahre außerhalb des regulären Berufsschulunterrichts und außerhalb der beruflichen Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb den Unterricht.

Dieser Unterricht findet entweder im Anschluss an den regulären Berufsschulunterricht, am Abend oder am Samstag, statt. Auch Auszubildende anderer Berufsschulen können am Projekt „Berufsschule plus“ teilnehmen.

Die Zustimmung der Ausbildungsbetriebe ist nicht ausdrücklich erforderlich, da der Zusatzunterricht außerhalb der betrieblichen Ausbildungszeit erfolgt. Wegen der starken zusätzlichen Belastung verlangen die Schulen aber eine Bestätigung darüber, dass der Betrieb über die Bewerbung zu „Berufsschule plus“ in Kenntnis gesetzt wurde und die Doppelqualifizierung mit trägt.

Nachdem in einzelnen Branchen Ausbildungsverträge erst kurz vor Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen werden, ist der Unterrichtsbeginn nicht vor der ersten Oktoberwoche vorgesehen.

Inhalt des Unterrichts

Der Unterricht umfasst laut Stundentafel die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und ein naturwissenschaftliches sowie ein gesellschaftswissenschaftliches Unterrichtsfach.

1. Schuljahr 2. Schuljahr 3. Schuljahr Wochenstunden insgesamt Jahresstunden
Deutsch 2 1 2 3 200
Englisch 1 2 2 5 200
Mathematik 2 2 2 6 240
Naturwiss. Unterricht - 1 1 2 80
Gesellschaftswiss. Unterricht 1 - - 1 40
insgesamt 6 6 7 19 760

Prüfung

Nach drei Unterrichtsjahren erfolgt eine Ergänzungsprüfung in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Mit dem Bestehen dieser Prüfung und dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung erwerben die Schüler eine bundesweit anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (zur früheren Fachhochschule) in allen Fachrichtungen.