Staatliche Berufsschule Ostallgäu

Politische Bildungsreise ins Europäische Parlament nach Straßburg

Wir, Lucy Güngören, Sandra Hochmuth, Katharina Paulsteiner und Maritta Meßmer aus der Berufsfachschule für Hauswirtschaft wurden ausgelost, um an dieser Bildungsreise teilzunehmen. Voller Vorfreude ging es für uns dann am 23.10.2012 schon in aller Früh los, um pünktlich um 8:30 in Ingolstadt am Hauptbahnhof zu sein. Als nun alle Teilnehmer da waren, konnten wir um 9:00 Uhr in Ingolstadt gemeinsam unsere Fahrt nach Straßburg antreten. Nach vier Stunden erreichten wir unser lang ersehntes Ziel. Bevor wir jedoch Zutritt ins Parlament bekamen, mussten zuerst alle Taschen, Handys u. ä. in der Sicherheitsschleuse durchleuchtet werden. Da es bei keinem der Teilnehmer zu Problemen kam, konnten wir gleich in der Parlamentskantine unser Mittagessen einnehmen.

Danach begrüßte uns Frau Barbara Lochbihler herzlich. Sie stellte sich bei uns vor und erklärte uns, für welche Aufgaben sie tätig ist: Frau Lochbihler ist Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses und gehört zu der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Nach ihrer persönlichen Vorstellung gab sie uns die Möglichkeit zu einer Fragerunde. Dabei ging es explizit um die Aufgaben, mit denen sie sich momentan in Sachen Menschenrechte auseinandersetzt, vor allem auch um den Fall eines 14-jährigen Mädchens aus Pakistan, das um mehr Rechte für Frauen kämpft, damit diese die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen. Auch viele Reisen in den Nahen Osten gehören häufig zu ihren Aufgaben. Auch andere Fragen waren für die Teilnehmer wichtig, wie zum Beispiel, ob der Beruf der EU-Abgeordneten schon immer ein Traum von ihr war o. ä. Nach einer Stunde verabschiedete sich Frau Barbara Lochbihler von uns.

Eine Referentin, die halb Deutsche und halb Griechin ist, begrüßte uns; da sie halb Griechin ist, ging ein kleines Schmunzeln über unsere Gesichter. Sie erklärte uns dann einige Dinge, die wir im Plenarsaal zu beachten haben. Äußerst wichtig ist es dabei eben, dass man sich leise verhält, da in diesem Saal sehr wichtige Abstimmungen stattfinden. Die Referentin zeigte uns dann auf einem Plakat, welche Parteien wo ihre Sitzplätze einnehmen. In den vorderen Reihen ist auf der rechten Seite das „Konzil“ und auf der linken Seite die „Kommission“. Natürlich gibt es auch einen Präsidenten, der die Sitzung leitet. Außerdem erzählte uns die Referentin, dass es 27 Kabinen gibt, die dann in die jeweiligen Sprachen übersetzen, in einer Kabine sind immer ca. 3-4 Dolmetscher, wobei es zum Teil auch Sprachen gibt, die zum Beispiel zuerst ins Französische und dann vom Französischen ins Deutsche übersetzt werden. Aber das war nun alles nur Theorie, natürlich durften wir dann noch eine Stunde in den Plenarsaal, um an einer Sitzung teilzunehmen. Dort musste jeder dann Kopfhörer aufsetzen, um die Redebeiträge in seiner Sprache verstehen zu können. Bei dieser Sitzung ging es um das Abkommen zwischen Israel und der EU über die gegenseitige Anerkennung von Arzneimittelzertifizierungen, welches jetzt auch in Kraft tritt. Bei der Sitzung hatte jedes Ausschussmitglied der Mitgliedsländer eine Redezeit zwischen ein und drei Minuten, dann musste alles gesagt sein.

Beim Verlassen des Europäischen Parlaments wurde uns dann noch erläutert, aus welchen Gründen der so genannte Turm noch unvollständig ist. Er soll ein Zeichen für die Abgeordneten sein, die Gestaltung Europas stets weiterzuentwickeln. Nachdem wir dann um 18:00 Uhr abgefahren sind, erreichten wir unser Hotel Ciarus und verabredeten uns gegen 19:00 Uhr zum Abendessen im Hotel. Nach dem Abendessen schlug Frau Doris Wagner vor - sie war Organisatorin der Fahrt - dass wir eine kleine Vorstellungsrunde machen, damit jeder weiß, mit wem die zwei Tage verbracht werden. Danach verbrachten wir in der Stadt noch einen gemütlichen Abend, bei dem wir uns besser kennen lernen konnten.

Am Dienstag fuhren wir nach dem Frühstück um 8:00 Uhr im Hotel Richtung Deutsche Parlamentarische Gesellschaft, um dort einen Vortrag von einer Lehrerin über Austauschprogramme zu erhalten. Bei diesem Vortag handelte es sich um direktes Arbeiten, um Praktika oder Freiwilligendienst im Ausland. Auch hier bot sich die Gelegenheit zu einer Fragerunde.

Nach diesem eineinhalbstündigen Vortrag machten wir uns auf den Weg zum Europarat, um dort bei einer Schnitzeljagd ums Europaviertel teilzunehmen. Diese Schnitzeljagd fand in Fünfergruppen statt und wurde danach von den Veranstalterinnen kontrolliert. Da wir alle relativ gut abgeschnitten haben, bekam jeder von uns einen Keks. Diese Schnitzeljagd war zwar leider nicht sehr aufschlussreich, aber mit den anderen Teilnehmern konnten wir gut in Kontakt kommen.

Um 12:30 Uhr fuhren wir dann ins Zentrum Straßburgs, um dort im Gurtlerhof noch Mittag zu essen. Um 14:30 machten wir uns dann auf den Weg Richtung Ingolstadt. Dort kamen wir endlich nach langer Fahrt auch gegen 21:00 Uhr an und verabschiedeten uns noch von den anderen. Nachdem wir alle weiteren Anschlusszüge erreichen konnten, waren wir gegen 00:30 endlich wieder in unserer Heimat.

Als Fazit können wir nur sagen, dass es wirklich eine aufschlussreiche und interessante Fahrt war, um wieder neue Eindrücke zu sammeln und neue Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, Charakteren und Zielen kennen zu lernen.

Lucy Güngören, Sandra Hochmuth, Katharina Paulsteiner und Maritta Meßmer