Staatliche Berufsschule Ostallgäu

Operation am offenen (Kuh-)Herzen der 10. Klassen - Mai 2011

"Das Skalpell bitte" bat Frau Viktoria Minich im Klassenzimmer der Medizinischen Fachangestellten 10. Jahrgangsstufe und setzte einen tiefen Schnitt in das vor ihr liegende Herz. Doch keine Sorge, hier wurde nicht eine lebensrettende Notoperation durchgeführt. Die unterrichtende Ärztin vermittelte vielmehr im Unterrichtsfach Behandlungsassistenz den Aufbau des Herzens am originalen Objekt aus Fleisch und Blut. Selbstverständlich handelte es sich nicht um ein menschliches Organ, aber Aufbau und Beschaffenheit lassen sich auch anhand eines Kuhherzens sehr anschaulich ableiten. Nachdem Frau Minich einzelne Teile des Herzens freigelegt und erläutert hatte, bot sich den (mutigen) Schülerinnen die Gelegenheit, mit all ihren Sinnen, die Anatomie des Herzens zu erforschen. Wie fühlt sich das Gewebe des Herzmuskels im Vergleich zu einer Herzklappe an? Wie dehnbar und flexibel sind kleine und große Blutgefäße des Herzens? Welche Farbe, welche Konsistenz weisen Gewebeteile des Herzens einige Stunden nach dem Herzstillstand auf? Wie fühlt sich ein Schnitt mit dem Skalpell in den Herzmuskel, bzw. in die Aorta an?

All diese Eindrücke lassen sich nur am Originalobjekt vermitteln, nicht jedoch am sehr übersichtlichen Kunststoffmodell, welches zu Vergleichzwecken neben dem Original platziert wurde. Viel zu schnell war das Ende der Unterrichtsstunde erreicht, in der die Schülerinnen nicht nur Kenntnisse sondern auch persönliche Eindrücke und sinnliche Erfahrungen zur Anatomie des Herzens sammeln konnten. Letztlich sei noch erwähnt, dass die „Organspenderin“ ihr Leben in einer Metzgerei verlor, wohin das Herz nach dem Unterricht auch wieder zurückgebracht wurde.

N. Golda