Staatliche Berufsschule Ostallgäu

MFA 10 b im Labor Becker, Olgemüller & Kollegen in München

Am 06.07.2011 führte der diesjährige Klassenausflug 16 Schülerin­nen des ersten Ausbildungsjahres der Medizinischen Fachange­stellten in das medizinische Labor Becker, Olgemüller & Kol­legen. Dort erhielten wir ca. 2 ½ Stunden, aufge­teilt in 2 Gruppen, eine Führung durch Herrn Dr. Becker, einen der Geschäftsführer, und Frau Dr. Eis, eine Laborärztin. Vorab be­kamen alle einen Überblick über die Größe des Unterneh­mens, dessen Hauptsitz in München ca. 300 Mitarbeiter hat (ohne Fahrer) und täglich zwischen 5000 bis 8000 Proben analy­siert, sowie über die einzelnen Abteilungen.

Die Führung begann in der Annahmestelle, wo die Proben nach der Anlieferung durch die Fahrer maschinell sortiert, gescannt und die Laboranforderungsscheine in den Computer eingelesen werden. Wir erfuhren, dass auf den Laborscheinen nichts Handgeschriebe­nes stehen sollte, da der Computer dies sonst nicht erkennen kann. Alles Unleserliche muss von einer Mitarbeiterin „per Handarbeit“ ein­gegeben werden.

Und dann ging´s endlich richtig los: Wir kamen zu der Stelle, wo die Proben analysiert werden können, wenn alle Scheine ausgewertet sind. Denn ohne Anforderung kann natürlich nichts gemacht werden. Zunächst sahen wir eine riesige Maschine, die die ganzen Seren sortiert und gleichzeitig von jeder Probe ein Bild macht, damit später nachgewiesen werden kann, wie stark die Probe hämolysiert war, das heißt, wie viele rote Blutkörperchen geplatzt waren.

Als nächstes durften wir einen Blick in die Hämatologie werfen. Dort wurden die EDTA-Röhrchen nochmals sortiert nach kleinem Blutbild, großem Blutbild, HbA1c usw. Nach diesem Schritt wird z. T. noch ein Ausstrich angefertigt, der zunächst trocknen muss, gefärbt wird und dann mit dem Mikroskop untersucht wird.

Die Führung ging weiter zur Abrechnungsstelle und zur Telefonzentrale. Alle eingehenden Anrufe, z. B. Nachbestellungen von Untersuchungen, Rückfragen u. Ä., werden hier angenommen und bearbeitet. Mitteilungen zu sehr dringenden Laborbefunden werden telefonisch weitergeleitet. Ansonsten erhalten die Praxen per DFÜ oder E-Mail die Ergebnisse fast ausschließlich am selben Tag. Bei bestimmten Erregern werden sog. Kulturen angesetzt, was einige Tage dauert. Dies werden dann meist am Mikroskop weiter untersucht und Diagnosen gestellt. Dies erfordert viel Konzentration und vor allem Erfahrung.

Wir erfuhren auch, dass Becker, Olgemüller & Kollegen für nahezu ganz Bayern und weitere Bundesländer die Proben des Neugeborenen-Screenings untersucht. Das Neugeborenen-Screening dient der Früherkennung behandelbarer angeborener Stoffwechselerkrankungen und Endokrino-pathien, die zu geistigen und körperlichen Behinderungen und auch zum Tod führen, wenn die Behandlung zu spät oder gar nicht einsetzt.

In München bietet außerdem ein Labor am Marienplatz für Patienten die Möglichkeit für Blutabnahmen. Diese werden dann per Kurier stündlich an das Zentral-Labor in der Führichstraße gebracht. Weitere Zweigstellen sind in Landshut und in Isny sowie im Münchner Rotkreuz-krankenhaus.

Abschließend wurde uns bei einer Erfrischung die Gelegenheit geboten, Fragen zu stellen und weitere Informationen einzuholen. Die Führung war sehr interessant und informativ; gerne kommen wir nächstes Jahr mit einer Klasse wieder!

E. Bolg