Staatliche Berufsschule Ostallgäu

Gesundheitsberufe besuchen die Ausstellung „Körperwelten“ in München

Gesundheitsberufe besuchen die Ausstellung „Körperwelten“ in München
ZFA11 bei der Ausstellung „Körperwelten - Der Zyklus des Lebens“

Zum Schuljahresende 2013/14 wählten sechs Fachklassen der Berufe Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte die Ausstellung „Körperwelten“ von Gunther von Hagens in München zu ihrem Ausflugsziel. Gemäß dem Titel der Ausstellung, „Der Zyklus des Lebens“, erfuhren die Schülerinnen anhand zahlreicher Exponate, Filme und Informationstafeln unterrichtsvertiefendes Wissen über das menschliche Leben: von der Empfängnis und der vorgeburtlichen Entwicklung, Geburt, Kindheit, Jugend, Reife, Alterungsprozesse bis zum Tod.

Neben den bereits aus dem Unterricht bekannten Darstellungen von Skelett, Muskeln und Organen boten zum Beispiel eine Skoliose, ein Kropf oder eine Raucherlunge sowie eine Hüftgelenkprothese und die Osteosynthese eines Oberschenkelhalsbruches neue medizinische Einblicke in Erkrankungen und deren Behandlung.

Die verständlich formulierten Informationstafeln wiederholten und ergänzten vorhandenes Wissen, so beispielweise zu den Themen „Warum die Haut Zeuge der Reise durch das Leben ist“, „Wie die Ernährung unseren Körper bestimmt“, „Der lebenslange Kampf des Körpers gegen Viren und Bakterien“, „Weshalb die Sehkraft im Alter nachlässt“ oder „Die letzte Reise: Tod ist kein Ereignis, sondern ein Prozess“. Aus schulischer Sichtweise waren die Ausführungen zum Lernen und die zugehörigen Funktionen im Gehirn des Weiteren von besonderer Bedeutung. Darin widerlegte von Hagens den im Volksmund verbreiteten Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ – auch wenn das Lernen im Alter schwerer fällt. Das Gehirn produziert zwar weniger Botenstoffe, die sogenannten Neurotransmitter, und im Laufe des Lebens sterben zahlreiche Nervenzellen ab und das Gehirn schrumpft, so von Hagens. Allerdings bleibt das Gehirn ein Leben lang wandlungsfähig und kann sogar neue Nervenzellen bilden – vorausgesetzt es wird durch verstärkte geistige Übungen und Anregungen der Sinne gefordert. Von Hagens gab hier die eindeutige Botschaft: Was wir nicht nutzen, bauen wir ab. - Use it or lose it!

ZFA11 Körperwelten Olympiapark Juli 2014 1ZFA11 im Olympiapark München

Während das Knochenskelett und viele Organe den Schülerinnen als Unterrichtsmodelle vertraut waren, so löste die Vorstellung, dass es sich bei den Ausstellungsstücken um „tatsächliche Menschen“ handelte, bei einigen gemischte Gefühle hervor. Durch Gespräche über die freiwillige Bereitschaft der Menschen und die Bestimmung über den eigenen Körper nach dem Tod konnten einige Bedenken abgebaut werden. Beim anschließenden Besuch des Tollwood-Festivals wurden dann aber alle negativen Gedanken wieder durch fröhliche Momente ausgeglichen.

Elfi Wagner