Staatliche Berufsschule Ostallgäu

Fachvortrag von Dr. Mathias Roloff im Bereich Kieferorthopädie in der Klasse ZFA11 für Zahnmedizinische Fachangestellte

Fachvortrag von Dr. Mathias Roloff im Bereich Kieferorthopädie in der Klasse ZFA11 für Zahnmedizinische Fachangestellte
Dr. Mathias Roloff referiert in der ZFA11 zum Thema „Kieferorthopädie“

Im Juli 2014 konnten wir freundlicherweise den Kieferorthopäden Dr. Mathias Roloff aus Kaufbeuren als externen Experten für einen fachspezifischen Vortrag im Bereich Kieferorthopädie gewinnen. Die Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe für Zahnmedizinische Fachangestellte erwarteten zwei äußerst interessante Schulstunden mit vielen Fallvorstellungen, abgerundet durch Vorher-Nachher-Bilder und ein gutes Maß an vermitteltem Fachwissen.

Der erste Teil des Vortrags widmete sich dem Teilbereich der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, einer embryonalen Fehlbildung, deren Ausprägung sich bereits beim Neugeborenen zeigt. Unbehandelt komme es zum Teil zu massiven Beeinträchtigungen der Nahrungsaufnahme, der Sprachentwicklung, aber auch der Ästhetik und der seelischen Entwicklung der betroffenen Kinder. So stellte Dr. Roloff den Schülerinnen ein kombiniertes Konzept aus chirurgischem, kieferorthopädischem und prothetisch-konservierendem Vorgehen vor.

Die Fragen der Auszubildenden beantwortete der Dozent kompetent und gut verständlich, so dass ein sehr spezielles Teilgebiet der Zahnheilkunde Einzug in den Erfahrungsbereich der Schülerinnen halten konnte.

Im zweiten Teil widmete sich der Fachmann der klassischen Kieferorthopädie, indem er verschiedene Indikationen für eine kieferorthopädische Behandlung vorstellte. Die Hauptprobleme der Patienten bestünden in Ästhetik und Funktion. Je nach Patient seien verschiedene Behandlungsmethoden möglich, die Dr. Roloff sehr anschaulich und mit Hilfe von Modellen und Bildern erläuterte. Unter anderem wurden hierbei verschiedene funktionskieferorthopädische Geräte und deren Wirkungsweise erklärt und auch chirurgische Maßnahmen wie z.B. Extraktionen oder Gaumennahterweiterungen genannt. Dr. Roloff ergänzte, dass aktuell etwa 25 Prozent der Patienten volljährig seien und sich somit auch Behandlungskonzepte für die speziellen Bedürfnisse Erwachsener immer mehr etablierten.

Besonders wies Dr. Roloff auf die Nahtstelle zwischen Kieferorthopäde und Zahnarzt hin, um den Patienten optimal zu betreuen. Hier führte er vor allem Motivation und Instruktion bei der Mundhygiene, Lückenmanagement bei Nichtanlagen, ästhetische Kunststoff-Aufbauten bei hypoplastischen (unterentwickelten) Zähnen und die Eingliederung verlagerter Zähne in die Zahnreihe an.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Dr. Roloff für seine Zeit und sein Engagement und hoffen, ihn ein weiteres Mal für seinen Gastvortrag gewinnen zu können.

Claudia Gubitz (Zahnärztin, Fachlehrerin)